Slowakisches Au Pair
Neue EU-Bürger
Ein wenig Stolz
Wie viele junge Mädchen führte auch bei Dasa Winter der Weg ins Ausland über eine Stelle als Aupair. Ihr Weg führte sie zunüchst aus ihrer kleinen slowakischen Ortschaft nach München.
Nur 4 Monate dauerte der Aufenthalt der damals 20-Jährigen in der bayerischen Stadt, dann löste sie das Arbeitsverhältnis zu ihrer Gastfamilie, bei der sie sich überhaupt nicht wohlfühlte.
Zurück nach Hause fahren oder nach Gelsenkirchen, wo eine Kusine ihres Vaters wohnt, das war jetzt die Frage. Dasa entschied sich fürs Ruhrgebiet - und bereute dies bis heute nicht. "Mein Zuhause ist jetzt hier", sagt sie. Auch wenn sie und ihr Mann, ein Musiker, mehrmals jährlich in die Slowakei reisen, so möchte sie doch in Deutschland bleiben. Im letzten Jahr nahm sie eine Ausbildung als Erzieherin in Angriff und will nun auch die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen.
Nach dem EU-Beitritt ihres Heimatlandes gefragt, meint die 24-Jährige, dass sich für sie nichts ändern werde. Auch wenn sie ein kleines "Stolzgefühl" habe, dazuzugehören. Sie hofft, dass sich jetzt in der Slowakei vieles ändere, denn es werde Zeit, dass die Menschen dort ein angemessenes Entgelt für ihre harte Arbeit erhielten. Fermer gebe es bislang so gut wie keine Arbeitnehmerrechte.
Kritik übt die Slowakin nicht nur an der Regierung ihrer Heimat, sondern auch an den deutschen Medien, die die neuen EU-Staaten unter die Lupe nähmen. Denn auch wenn nicht viel gebaut werde und auch nicht viel passiere, um den Fremendverkehr anzukurbeln, so werde doch "ein verfälschtes Bild" gezeigt. Die Medien schmissen sich auf die Randgruppen, aber das sei bei weitem nicht alles. Die Slowake habe wunderschöne Landschaften und viel Natur. Die Slowaken seien höchst skeptisch, was die EU betreffe, weil sie nicht abschätzen könnten, was sie erwarte - aber schlimmer könne es allerdings auch nicht werden.



